Steht auf für Gerechtigkeit!

So rufen uns die Frauen aus Malaysia in ihrer diesjährigen Weltgebetstagsordnung zu. Sie wollen sich nicht mit ungerechten Lebensbedingungen, insbesondere den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitsmigrantinnen in Malaysia, abfinden und fordern uns auf, sich ihnen anzuschließen.

 

In dem Gleichnis von der Witwe und dem Richter (Lukas 18, 1-8) erzählt Jesus von einer Witwe, die um ihr Recht kämpft. Der Richter will sich zunächst nicht mit ihr befassen und weist sie ab. Doch sie lässt sich nicht entmutigen und trägt immer wieder ihr Anliegen vor. Irgendwann wird das dem Richter zu lästig. Um wieder Ruhe zu haben, entschließt er sich letztlich doch, sich ihres Falles anzunehmen und Recht zu sprechen. Jesus erzählt dieses Gleichnis, um das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen zu erläutern. Im Gegensatz zu dem Richter, müssen wir bei Gott nicht erst penetrant werden, um Gehör zu finden. Gott ist immer für uns da und nimmt sich unser an. Im Verhältnis zwischen uns Menschen ist es jedoch manchmal erforderlich, beharrlich für seine Überzeugung einzutreten.

 

In der Gewissheit, dass Gott uns hört und beisteht, beten wir gemeinsam mit den Frauen aus Malaysia für Gerechtigkeit in der Welt. Gleichzeitig machen sie uns mit der Menschenrechts-organisation Tenaganita bekannt, die sich für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitsmigrantinnen in Malaysia einsetzt. Das Weltgebetstagskomitee hat Tenaganita in seine Projektförderung aufgenommen. So können wir mit unserer Kollekte die Frauen in Malaysia in ihrem beharrlichen Einsatz für Gerechtigkeit unterstützen.

Kornelia Tiedge